

Projekt "Gersprenz 2030"
Einen Lebensraum für ehemals vorhandener Fischarten der Gersprenz zu erschaffen,
indem die Unterwasserstruktur partiell verbessert wird,
sodass sich heimische Fischarten wieder ansiedeln,
dauerhaft leben und reproduzieren können.
Stand 18.01.2025
Am Samstag trafen sich eine kleine Delegation aus unserem Vorstand
an unserem Abschnitt der Gersprenz mit dem 1. Vorsitzenden der IGG Niklas Korb,
dem IGG Gewässerwart Alexander Späth und mit Vorstandsmitglieder vom ASV Gersprenztal.
Da unser gepachtetes Gersprenz-Stück ein sehr strukturarmes sowie ziemlich flaches Teilstück
der Gersprenz ist, sind die Bedingungen für viele Fischarten nicht optimal geeignet.
Deshalb haben wir mit der Interessengemeinschaft der Gersprenz (abgekürzt IGG) ein Treffen organisiert,
um unser Stück-Gersprenz mal genauer unter die Lupe zunehmen.
Es wurde ein Maßnahmenplan entworfen, um unsere Gersprenz interessanter für Fische und weitere Unterwasserlebewesen - wie z.B. Insektenlarven - zu gestalten.
Geplant ist in der "Eppertshäuser-Gersprenz" einen Lebensraum für ehemals vorhandene Fischarten
zu erschaffen, indem die Unterwasserstruktur partiell verbessert wird,
sodass sich heimische Fischarten wieder ansiedeln,
dauerhaft leben und reproduzieren können.
Dieser Plan wird an die Fischereibehörde übermittelt
und von der Behörde geprüft und hoffentlich genehmigt werden.
Alexander Späht brachte hier einige Ideen ein, die er den Fischereibehörden vorschlagen wird.
Auch Vorstandsmitglieder des ASV Gersprenztal konnten zu diesem Thema einiges beitragen.
Mit der Strukturverbesserungen haben sie einiges an Erfahrung.
Sie verbessern ihr Gersprenz-Stück seit 2020 in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit
mit der Fischereibehörde und dem Wasserverband.
So konnten in Überau schon tolle neue Lebensräume in der Gersprenz geschaffen werden.
Wir bedanken uns als AV Eppertshausen,
dass sich der ASV-Gersprenztal und die Interessengemeinschaft Gersprenz (IGG)
die Zeit für diesen Termin genommen haben, und uns bei dem Projekt unterstützen.
Gemeinsam werden wir bessere Lebensräume in unserer Gersprenz erschaffen.
Stand 01.09.2025
Nächster Stammtisch zum Projekt Gersprenz 2030
Im Rahmen des Projekts Gersprenz 2030 steht der nächste Stammtisch an.
Dabei wird es vor allem darum gehen, den aktuellen Stand der bisherigen Maßnahmen zu reflektieren und den Blick auf die noch ausstehenden Schritte zu richten.
Es gibt weitere Themenfelder, die nicht nur besprochen, sondern im Team auch weiter konkretisiert und gemeinsam ausgearbeitet werden müssen.
Dazu gehören unter anderem vertiefende Maßnahmen im Bereich Gewässerentwicklung, nachhaltige Nutzungskonzepte sowie Abstimmungen zu geplanten Umsetzungsphasen.
Der Stammtisch bietet wie gewohnt Raum für offenen Austausch, fachliche Diskussionen und die strategische Weiterentwicklung der Projektziele.
Eine strukturierte Vorbereitung und aktive Beteiligung aller Beteiligten ist dafür essenziell.
Stand 19.09.2025
Elektrobefischung bei Eppertshausen liefert spannende Ergebnisse
Am 19. September 2025 fand im Rahmen des Projekts Gersprenz 2030 eine Elektrobefischung am Fluss Gersprenz im Bereich Eppertshausen statt. Diese Maßnahme wurde im Zuge der Vorbereitung auf das geplante Instream-River-Training durchgeführt, um den aktuellen Fischbestand zu erfassen und die ökologische Situation der Gersprenz zu bewerten.
Organisiert und koordiniert wurde der Einsatz vom Regierungspräsidium Darmstadt, Dezernat V 51.1 – Landwirtschaft, Fischerei und internationaler Artenschutz, vertreten durch Patrick Heinz. Unterstützt wurde die Aktion durch den Angelverein 1959 Eppertshausen e.V. und den ASV Gersprenztal.
Ablauf der Befischung
Treffpunkt war um 9:30 Uhr am Flusskilometer 19, am unteren Ende des festgelegten Untersuchungsabschnitts. Von dort aus arbeiteten sich die Teams mit der Elektrofischereiausrüstung flussaufwärts.
Zwei Fahrzeuge – eines vom Regierungspräsidium und eines des ASV Gersprenztal – unterstützten die Aktion logistisch, während interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer aus Vereinen und Behörden eingeladen waren, sich vor Ort ein Bild zu machen.
Das Ziel der Elektrobefischung war es, ein möglichst genaues Bild der aktuellen Fischpopulation zu erhalten. Diese Daten sind Grundlage für zukünftige Maßnahmen im Rahmen des Projekts Gersprenz 2030, das auf die ökologische Verbesserung, die Förderung der Biodiversität und die Renaturierung der Fließgewässerabschnitte abzielt.
Ergebnisse: Vielfalt unter Wasser
Die Elektrobefischung lieferte ein interessantes Bild der Artenvielfalt in der Gersprenz. Insgesamt konnten folgende Fischarten und weitere Wasserbewohner nachgewiesen werden:
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Wels (Silurus glanis)
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Döbel (Squalius cephalus)
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Flussbarsch (Perca fluviatilis)
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Barbe (Barbus barbus)
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Bitterling (Rhodeus amarus)
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Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva) – nicht heimisch, invasive Art
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Giebel (Carassius gibelio)
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Gründling (Gobio gobio)
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Rotauge (Rutilus rutilus)
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Hasel (Leuciscus leuciscus)
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Stichling (Gasterosteus aculeatus)
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Muscheln (verschiedene Arten)
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Flusskrebse (Astacus sp.)
Diese Zusammensetzung zeigt, dass die Gersprenz im Untersuchungsabschnitt eine beachtliche Biodiversität aufweist. Besonders erfreulich ist das Vorkommen empfindlicher Arten wie der Barbe und des Gründlings, die auf eine relativ gute Gewässerstruktur hinweisen.
Gleichzeitig wurde mit dem Blaubandbärbling auch eine nicht heimische, invasive Fischart nachgewiesen. Ihr Auftreten wird im weiteren Verlauf des Projekts genau beobachtet werden, um mögliche Auswirkungen auf das heimische Ökosystem zu bewerten und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Bedeutung für das Projekt Gersprenz 2030
Die gewonnenen Daten sind ein wichtiger Schritt zur ökologischen Bewertung des Gewässers. Sie helfen, die Wirksamkeit geplanter Renaturierungsmaßnahmen zu überprüfen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Ziel des Projekts Gersprenz 2030 ist es, die ökologische Durchgängigkeit des Flusses zu verbessern, Lebensräume für heimische Fischarten zu sichern und die Wasserqualität langfristig zu stabilisieren.
Patrick Heinz vom Regierungspräsidium Darmstadt betonte, dass solche Untersuchungen nicht nur für den wissenschaftlichen Fortschritt, sondern auch für die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Vereinen und der Bevölkerung von großer Bedeutung sind:
„Nur durch gemeinsames Handeln und kontinuierliche Beobachtung können wir sicherstellen, dass die Gersprenz auch in Zukunft ein lebendiges und artenreiches Fließgewässer bleibt.“
Ausblick
Die nächsten Schritte im Projekt umfassen die Auswertung der erhobenen Daten, die Planung von Strukturverbesserungen und die mögliche Wiederansiedlung oder Förderung empfindlicher Fischarten. Auch künftige Elektrobefischungen sind vorgesehen, um Veränderungen im Artenbestand über die Jahre hinweg zu dokumentieren.























